Geschafft. – Ihr Tätowierer hat gute Arbeit geleistet und Ihnen ein frisches Tattoo gestochen. Doch damit das Kunstwerk auf Ihrer Haut perfekt wird und sich nicht infiziert, braucht es Ihre Unterstützung. Dieser Artikel gibt Hinweise, wie Sie Ihr frisches Tattoo pflegen, sowie Tipps für die Heilung.
Frisches Tattoo: Pflege und Tipps für die Heilung
Haben Sie sich ein frisches Tattoo stechen lassen, sollten Sie der Nachbehandlung große Bedeutung beimessen. Denn wie sorgfältig Pflege ausfällt, entscheidet über Ihre Gesundheit sowie über die Langlebigkeit und das Aussehen des Kunstwerks. Pflegen Sie Ihr Tattoo mit Produkten aus der Drogerie richtig, vermeiden Sie Infektionen und schaffen die Voraussetzung für eine dauerhafte Farbfrische und klare Konturen.
Bedenken Sie, dass beim Tätowieren Wunden auf der Haut entstehen. Diese ist deshalb direkt nach dem Stechen empfindlich und reagiert auf den invasiven Eingriff mit Rötungen und Schwellungen. In den ersten Stunden tritt aus der Haut eine Mischung aus Blut, Wundflüssigkeit und Farbresten aus. Doch das sollte Sie nicht beunruhigen – es ist vollkommen normal. Bis die Heilung abgeschlossen ist, braucht Ihr Tattoo jedoch eine sorgsame Pflege. Der Heilungsprozess der oberen Hautschicht kann bis zu zwei Monate dauern.
Erste Schritte nach dem Stechen
Den ersten Schritt zur Pflege nach dem Stechen unternimmt der Tätowierer. Denn dieser reinigt das frische Tattoo und deckt es mit einer Folie ab. Dies geschieht, um die Wunde vor der Reizung durch die Kleidung zu schützen und um deren Verunreinigung zu vermeiden.
Manche Tätowierer verwenden dazu einen atmungsaktiven Schutzverband. Verwendet der Tätowierer ein Hydrokolloid-Pflaster, verbleibt dieses mehrere Tage auf der Wunde. Jedoch darf eine Frischhaltefolie nicht länger als 24 Stunden auf der Wunde verbleiben. Es liegt in Ihrer Verantwortung, dass Sie die Abdeckung zum richtigen Zeitpunkt entfernen.
Reinigung des Tattoos
Mit der Entfernung der Tattoo-Abdeckung ist es jedoch nicht getan. Waschen Sie sich zunächst die Hände. Anschließend reinigen Sie das Tattoo sorgfältig und befreien die Haut von Fettresten. Verwenden Sie dazu lauwarmes Wasser, das Sie mit einer pH-neutralen Waschlotion anreichern. Gehen Sie beim Waschen sanft vor und vermeiden Sie harte Wasserstrahlen und Reibung.
Anschließend lassen Sie die Wunde an der Luft trocknen. Reibung mit einem Handtuch und das Abtupfen schaden mehr, als sie nutzen. Damit sich das Wundsekret und die austretende Farbe nicht verfestigen und die Heilung reibungslos verläuft, wiederholen Sie den Vorgang zwei- bis dreimal täglich.
Richtige Pflege während der Heilung
Um den Heilungsprozess zu unterstützen, empfiehlt es sich, die Wunde nach jedem Waschen mit einer Wund- und Heilsalbe mit Dexpanthenol zu pflegen. Diese darf weder Konservierungsstoffe noch Farb- oder Duftstoffe enthalten. Wichtig ist es, die Salbe dünn aufzutragen, damit die Poren nicht verstopfen und die Haut atmen kann. Die Salbe fördert die Durchblutung und unterstützt die Regeneration der Haut. Tragen Sie die Salbe regelmäßig auf, schützen Sie sich vor Entzündungen und halten die Haut geschmeidig.
Statt einer Wund- und Heilsalbe können Sie auch auf eine Tattoo Creme, ein Tattoo Gel oder einen Tattoo Schaum zurückgreifen. Diese Produkte wurden speziell für frische Tattoos entwickelt. Diese sollen vor der Verunreinigung der Wunde mit Fusseln von der Kleidung, Staub und Keimen schützen. Zudem bewahren die speziellen Tattooprodukte die Wunde vor einer starken Krustenbildung. Diese sind zudem Feuchtigkeitsbooster, die wertvolle Nährstoffe enthalten.
Die Wundheilung können Sie zusätzlich unterstützen, wenn Sie eineinhalb bis zwei Liter pro Tag alkoholfreie Getränke zu sich nehmen. Zudem fördern eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf die Heilung.
Dinge, die unbedingt vermieden werden sollten
Im Verlauf der Heilung spannt und juckt die Haut und es bilden sich je nach Pflege mehr oder weniger starke Schuppen und Krusten. Fassen Sie die Wunde nicht an, damit Sie diese nicht mit Keimen infizieren. Auch sollten Sie weder an den Verkrustungen zupfen noch sie wegkratzen. Entfernen Sie diese vorzeitig, kann dies zu einem Farbverlust oder ungleichmäßigen Linien führen. Lassen Sie der Haut Zeit, die abgestorbenen Schichten selbstständig zu lösen. Vermeiden Sie es zudem, enge Kleidung zu tragen, die an der Wunde scheuert oder die Kruste abreißt. Lassen Sie die Stelle unbedeckt oder wählen Sie locker sitzende und atmungsaktive Kleidung.
Die Cleveland Clinic empfiehlt zudem, auf das Baden in Pools, Badewannen und Whirlpools zu verzichten, denn die Haut darf nicht aufweichen und schrumpelig werden. Dies kann zudem bei zu langem Duschen geschehen.
Zudem sollten Sie mit Bädern in Chlorwasser warten, bis das Tattoo vollständig abgeheilt ist. Chlor ist Gift für Tattoos, weil es die Haut reizt und den Kunstwerken die Farbe entzieht.
Achten Sie darauf, dass die Haut ausreichend Feuchtigkeit erhält. Auf Vaseline zur Pflege sollten Sie jedoch verzichten. Denn diese ist komedogen, was bedeutet, dass sie die Poren verstopft. Dadurch begünstigt die Vaseline die Vermehrung von Bakterien sowie Entzündungen.
Ebenfalls sollten Sie während des Heilungsverlaufs die Sonne meiden, denn UV-Strahlung lässt die Tattoos verblassen. Deshalb empfiehlt es sich, die Stelle mit Sonnencreme aus der Drogerie zu schützen. Wählen Sie einen hohen Lichtschutzfaktor, damit die Farben des Tattoos lange strahlen.
Heilungsverlauf
Der Heilungsprozess nach dem Stechen eines frischen Tattoos beginnt am zweiten Tag. Das Areal ist rot und leicht geschwollen. Zudem können noch Blutplasma und Tinte austreten. In den Tagen vier bis sieben bilden sich die Krusten und die tote Haut kann sich wie bei einem Sonnenbrand ablösen. Zudem setzt ein Juckreiz ein. In der mittleren Heilungsphase, an den Tagen 8 bis 14, lösen sich die Krusten weiter ab. Sie sehen jetzt schon trockene, neue Haut. Das Tattoo sieht zu dieser Zeit noch stumpf aus.
Vom 15. bis zum 30. Tag fühlt sich die Haut noch trocken an und juckt. Jedoch haben sich die Krusten weitgehend gelöst und die Schuppungen sind verschwunden. Nach etwa zwei Monaten ist die Heilung der oberen Hautschicht abgeschlossen. Ihr Tattoo strahlt in den von Ihnen gewünschten leuchtenden Farben, wenn alles gut verlaufen ist. Die Heilung der unteren Hautschichten ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Dies kann mehrere Monate dauern.
Langfristige Tattoo-Pflege
Ist Ihr Tattoo komplett verheilt, braucht es dennoch Pflege. Nach wie vor können die Tattoofarben durch das UV-Licht verblassen. Zudem schwächt die Sonnenstrahlung die Kollagenfasern in der Dermis. In dieser Lederhaut befinden sich die Farben. Verzichten Sie daher nicht auf Sonnencreme und halten Sie die Haut mit Feuchtigkeitscreme oder Körperlotion geschmeidig.
Fazit
Ein Tattoo ist etwas fürs Leben. Überlegen Sie es sich gut, ob Sie tagtäglich die Kunst Ihres Tätowierers kostenlos zur Schau stellen möchten. Dazu braucht es ein hohes Maß an Vertrauen zum Künstler. Doch wenn etwas schiefläuft, die Farben nicht leuchten oder sich die Wunde entzündet, ist nicht grundsätzlich der Tätowierer schuld.
Vielmehr liegt die Hauptverantwortung bei Ihnen selbst. Denn Sie müssen die Wunde fachgerecht pflegen und darauf achten, dass im Alltag kein Schmutz in die Wunde gelangt. Zudem verlangt das Tattoo, dass sie es in der Heilungsphase schonen. Sonne, längere Badezeiten und den Kontakt mit Chlor sollten Sie unbedingt vermeiden. Halten Sie sich an alle Pflegeempfehlungen und hat der Tätowierer gute Arbeit geleistet, können Sie sich dauerhaft an einem farbenfrohen Tattoo erfreuen.
Foto: © xartproduction / stock adobe
arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).